Katharinenheerd
Katharinenheerd ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, in der Mitte von Eiderstedt zwischen Tönning und Garding. Auf 8,41 Quadratkilometern leben 174 Einwohner (Stand Ende 2025).
Die Kirche St. Katharina, 1113 erstmals erwähnt, gab der Gemeinde den Namen. Um den Kern dieser Marsch legten die Bewohner bereits im 12. Jahrhundert einen etwa 1,5 Meter hohen Sommerdeich, einen niedrigen Wall, der nur die Fluten der wärmeren Jahreshälfte abhielt. Durch weitere Eindeichungen wuchs die Fläche mit den vorgelagerten Inseln Westerheversand und Utholm allmählich zusammen. Im Untergrund liegt eine langgestreckte sandige Strandwallablagerung.
Dingstätte Hemminghörn
Nahe der Kirche lag die Dingstätte Hamygenhoren, das heutige Hemminghörn. Dort kamen 1426 nach der Überlieferung die ältesten und klügsten Leute der drei Lande zusammen, um über die Krone der rechten Wahrheit zu beschließen. Auch weitere Beliebungen wurden hier beraten, also Rechtsaufzeichnungen, mit denen sich die Landschaften selbst Regeln gaben. Solche Versammlungen gehören zu den Zeugnissen der friesischen Freiheit.
1612 entstand die Norderbootfahrt, ein Kanal zwischen Tönning und Tetenbüll, der am Nordrand des Gemeindegebiets vorbeizieht. Er nimmt heute den größten Teil der Entwässerung auf und leitet das Wasser teils entlang der Bundesstraße 202 in Richtung Tönning, wo es über den Hafen in die Eider gelangt.
Landwirtschaft und Fremdenverkehr tragen die Wirtschaft, dazu kommen einzelne Läden und Dienstleister. Die Bundesstraße 202 führt durch den Ort, und am Haltepunkt Katharinenheerd halten alle Züge der eingleisigen Strecke von Husum nach Bad St. Peter-Ording. Aus dem Ort stammen die Bauerntochter und Sagengestalt Martje Flohrs (1689 bis 1747) und der Tierarzt Peter Jessen (1801 bis 1875), der als Professor und Klinikdirektor im russischen Dorpat wirkte.
Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.