Norddorf
Norddorf ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, im Norden von Amrum, zwischen Geestrand und Dünengürtel. Auf 5,89 Quadratkilometern leben 546 Einwohner (Stand Ende 2025).
Das Gemeindegebiet nimmt das nördliche Drittel der Insel ein. Bis auf wenige Häuser liegt der Ort auf der Geest, deren Rand an der Nordseite des Dorfes verläuft. Nördlich schließt sich die eingedeichte Norddorfer Marsch an, nach Westen und Südwesten folgt ein Dünengürtel. Dort erhebt sich mit 32 Metern die höchste Düne der Insel, auf Öömrang A Siatler genannt. Am Watt steht auf einem Hügel aus der Wikingerzeit das Haus Borag.
Seehospize, Bahn und Brand
Norddorf gehört mit Süddorf zu den ältesten Dörfern Amrums. 1890 gründete Friedrich von Bodelschwingh hier und nördlich des Ortes Seehospize, die das Dorfbild lange prägten. Im Ortskern entstand mit Hüttmanns Hotel das erste Haus für Badegäste. Ab 1902 hielt die Amrumer Inselbahn in Norddorf und führte weiter zum Kniephafen, den auch größere Schiffe anlaufen konnten. Von dort verkehrten Schiffe nach Hörnum auf Sylt.
Am 25. Juli 1925 löste sich Norddorf aus der damaligen Gemeinde Amrum, die außer Wittdün die ganze Insel umfasste. Im selben Jahr brannten große Teile des Dorfes ab, weshalb heute überwiegend neuere Häuser ohne Reetdach stehen. Die Anlegebrücke musste 1938 wegen Versandung letztmals verlegt werden, später gab man den Hafen auf, weil sich der Kniepsand an den Dünengürtel anlagerte. 1939 wurde die Inselbahn stillgelegt.
Heute lebt der Ort wie die Nachbargemeinden Nebel und Wittdün vom Fremdenverkehr. Er trägt das Prädikat Seeheilbad und gehört zum Amt Föhr-Amrum. Über die Geologie der Insel und den Kniepsand steht mehr im Eintrag zu Amrum.
Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.