Hörnum
Hörnum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, an der Südspitze von Sylt, rund 17 Kilometer südlich von Westerland. Auf 5,64 Quadratkilometern leben 830 Einwohner (Stand Ende 2025).
Hörn bedeutet Spitze, und genau dort liegt der Ort: auf der schmalen Nehrung am Südende der Insel. Als Flurname ist Hörnum früh belegt, etwa in einem Chronikeintrag über einen Schiffsuntergang von 1571 und auf einer Karte von Johannes Mejer aus dem Jahr 1648. Bewohnt war die Südspitze damals kaum, hier hielten sich nur wenige Fischer auf. Ein Haus zur Bergung von Strandgut bestand in den Dünen nahe dem Budersand lediglich von 1765 bis etwa 1785. Amrumer und Rantumer schleiften es, 1787 waren nur noch die Grundsteine zu sehen.
Hafen, Bahn, Leuchtturm
Das erste feste Gebäude ließ 1871 die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger errichten. Leben kam auf die Landzunge, als Hörnum 1901 eine Anlegebrücke für den Seebäderdienst zwischen Hamburg, Helgoland und der Insel erhielt. Von nun an fuhr auch die Inselbahn nach Westerland. Den Leuchtturm Hörnum-Odde baute man 1906 und 1907; zwischen 1918 und 1933 war darin die Schule untergebracht.
Militär und Nachkriegszeit
In beiden Weltkriegen galt der Ort als strategisches Ziel. 1914 bekam die Inselwache Baracken in den Dünen, 1935 kamen ein Seefliegerhorst und eine militärische Siedlung hinzu. Mit den Familien der Soldaten und Zivilbediensteten wuchs die Bevölkerung sprunghaft; ein eigenes Kraftwerk lieferte bald Strom, ab 1942 kam Trinkwasser aus Westerland. 1947 löste sich Hörnum von Rantum und wurde eine eigene Gemeinde; das Prädikat Nordseebad folgte 1949. 1948 nahmen die Hörnumer mehr Heimatvertriebene und Flüchtlinge auf, als der Ort Einwohner hatte, dazu etwa 40 Familien aus dem evakuierten Helgoland.
Beide Kirchen sind jung. Die katholische Sankt-Josef-Kirche entstand 1962, die evangelische Sankt-Thomas-Kirche 1969 und 1970 nach einem Entwurf, den der Architekt Martin-Bernhard Christiansen aus Niebüll lieferte. Sie steht auf einer Düne, und ihre Form erinnert an ein Schiff mit gesetzten Segeln. Vom Hafen fahren Schiffe zu den Halligen, nach Helgoland, Amrum und Föhr sowie zu den Seehundsbänken. Nördlich des Hafens liegt der 32 Meter hohe Budersand, die größte Düne im Süden der Insel.
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Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.