Olderup

Friesisch: Åldrop · Dänisch: Ålerup

Olderup ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf dem Geestrücken rund acht Kilometer nordöstlich von Husum. Auf 9,94 Quadratkilometern leben 483 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Name bedeutet Altes Dorf, was zur Siedlungsgeschichte passt: Die ursprüngliche Siedlung lag nördlich des heutigen Dorfes in der Niederung der Arlau. Hünengräber auf dem Geestrücken und Urnengräber der mittleren Bronzezeit belegen eine frühe Besiedlung. Urkundlich erscheint Olderup im Spätmittelalter.

Kirche und Glockenstapel

Die romanische Feldsteinkirche gehört zu den ältesten Kirchen des früheren Herzogtums Schleswig. Ein Brand zerstörte in den 1930er Jahren einen großen Teil der Innenausstattung. Erhalten blieb der romanische Taufstein aus Granit, das älteste Stück. Einen Kirchturm hat der Bau nicht; stattdessen steht abseits ein gedrungener hölzerner Glockenstapel des 16. Jahrhunderts, dessen Glocke noch von Hand geläutet wird. Als Schulhaus diente ab 1712 das Kösterhuus, das sich heute in Privatbesitz befindet.

Vom Mittelalter an unterstand das Dorf dem Gut Arlewatt. Für 1640 ist belegt, dass jeder der 43 Bauern dorthin täglich zwei Arbeitskräfte samt Pferden abstellen musste. Aufgeteilt und verkauft wurde das Gut 1772; Arlewatt blieb bis 1934 ein Ortsteil von Olderup. Bis heute bilden Arlewatt, Horstedt und Olderup die freiwillige Gemeinschaft der Osterdörfer und nutzen Einrichtungen gemeinsam: die Sporthalle in Arlewatt, die Grundschule in Horstedt, die Kindertagesstätte in Olderup. Neben der Landwirtschaft tragen Windkraftanlagen zur wirtschaftlichen Grundlage bei.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten Nennung und zum Alter der Kirche weichen die Quellen ab: die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt 1462 und das 12. Jahrhundert, die Wikipedia das späte 14. Jahrhundert und einen Bau um 1050. Auch das Jahr des Kirchenbrandes ist mit 1937 und 1938 unterschiedlich angegeben. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Olderup (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Olderup
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Bilder aus Olderup. Hrsg. vom Arbeitskreis Dorfchronik, Olderup 1989.