Arlewatt

Friesisch: Alwat · Dänisch: Arlvad

Arlewatt ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, am Geestrand südlich der Arlau, etwa sieben Kilometer nordöstlich von Husum. Auf 5,57 Quadratkilometern leben 342 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Name bedeutet Furt durch die Arlau. Nahe dem Geesthang war der Fluss so flach, dass man ihn durchwaten konnte. Urkundlich erscheint Arlewat 1466. Der Platz war schon in der Jungsteinzeit besiedelt, und Fundreste deuten auf frühe Anlagen zur Eisengewinnung hin. Die Landesstraße durch das Gemeindegebiet folgt in etwa dem alten westlichen Ochsenweg.

Im Wiesengelände bei Arlewatthof zeichnen sich noch die Gräben einer Burg ab, die als Besitz der Familie Rantzau überliefert ist. Luftbilder zeigten westlich davon eine zweite Anlage mit geschleiften Wällen. In den Besitz der verwitweten Herzogin Augusta kam das Gut 1627, die es umbauen ließ und ihm damit die Namen Rode Huus und Grieshus eintrug. Als Domäne der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf flossen die Einkünfte in den Staatshaushalt, 1772 wurde der Besitz in Parzellen aufgeteilt. Theodor Storm nahm den Adelssitz als Vorbild für seine Novelle Zur Chronik von Grieshuus.

Haubarg und Osterdörfer

An der Stelle des Herrenhauses entstand 1735 ein Haubarg, ein großes Bauernhaus mit Ständergerüst unter einem weit heruntergezogenen Dach. Er gehört zu den nördlichsten Bauten dieser Art. Das Gemeindewappen zeigt ihn neben einem Pflug und einer Heidesense. Kommunal hat sich Arlewatt mit Horstedt und Olderup zu den Osterdörfern zusammengetan: Der Kindergarten hat seinen Platz in Olderup, die Schule in Horstedt, während Gemeinschaftszentrum und Sportanlagen hier liegen.

Landwirtschaft trägt den Ort, dazu kommen einige Gewerbebetriebe und der Fremdenverkehr. Südlich der Arlau liegen vier stillgelegte Kiesgruben. In der warmen Jahreszeit dienen sie als Badeplatz, bei Frost als Eisfläche. Bis 1864 gehörte der Ort zur Südergoesharde. Eigenständig wurde er 1934, als die Kirchspielslandgemeinde Olderup aufgelöst wurde.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Das Alter der Burg wird unterschiedlich angegeben: die Wikipedia setzt den Bau in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts, die frühere Nordfriesland-Datenbank rund 700 Jahre zurück. Auch beim Haubarg gehen die Angaben auseinander, einmal als nördlichster an der schleswig-holsteinischen Westküste, einmal als zweitnördlichster im Kreis Nordfriesland. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Arlewatt (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Arlewatt
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Schleswig-Holstein Topographie, HN 3.3.2001.