Ramstedt
Ramstedt ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, am Rand der Eider-Treene-Niederung rund elf Kilometer südöstlich von Husum. Auf 5,42 Quadratkilometern leben 430 Einwohner (Stand Ende 2025).
Das Dorf liegt auf der Grenze zwischen der Geest und der Eider-Treene-Niederung mit ihren ausgedehnten Moorgebieten und schließt nordwestlich an Schwabstedt an. Bis Friedrichstadt im Südwesten sind es etwa sechs Kilometer. Urkundlich erscheint Ramstede im Jahr 1378. Der Name lässt sich als Wohnstätte eines Mannes namens Ram lesen, möglich sind aber auch die Deutungen feuchte Wiese oder Sumpf.
Zahlreiche Funde von Steinwerkzeugen belegen eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit, dazu kommt ein Hünengrab im Gemeindegebiet. Mehrere Grabhügel lassen sich nicht sicher datieren. Eine Grabanlage stammt aus der frühen Bronzezeit und enthielt einen Baumsarg, ein bronzenes Vollgriffschwert und eine Lanzenspitze. Im selben Hügel fand sich eine Nachbestattung aus der römischen Kaiserzeit.
Bischöfe, Schanzen, Bunker
Im 14. Jahrhundert gehörte Ramstedt dem Grafen Heinrich von Holstein. Er verpfändete es zunächst zur Hälfte an den Bischof von Schleswig und verkaufte es 1453 vollständig; die Schleswiger Bischöfe unterhielten bis ins 17. Jahrhundert eine Residenz im nahen Schwabstedt. Bei der Landesteilung von 1544 fiel das Amt Schwabstedt an den dänischen König, während die benachbarte Landschaft Eiderstedt den Gottorfer Herzögen unterstand. In den Auseinandersetzungen zwischen den beiden Obrigkeiten ließ der König im 17. und 18. Jahrhundert hier Schanzen anlegen, woran der Straßenname Dänische Schanze erinnert. Nördlich des Dorfes liegen in der Geest Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Schwabstedt aufgelöst, damit entstand die eigene Gemeinde. Die Zahl der landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetriebe sank von 64 im Jahr 1906 auf sechs im Jahr 2006. Im Dorf arbeiten Handwerks- und Gewerbebetriebe vom Baugeschäft über eine Bäckerei bis zu zwei Computerfirmen. Ein Verein für Dorfchronik, Naturschutz und Landschaftspflege brachte die Gemeinde in den Landeswettbewerb um die umweltfreundlichste Gemeinde, den sie 1994 gewann. Südlich am Gemeindegebiet verläuft die Bundesstraße 202 von Friedrichstadt nach Rendsburg.
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Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Die Angabe, die Gemeinde besitze die zweitlängste Knicklandschaft Schleswig-Holsteins, geht auf eigene Auskünfte der Gemeinde zurück und ist hier nicht geprüft. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Hans Meyer: Chronik des Ortes Ramstedt seit 1378, Schwabstedt 1991.