Schwabstedt
Friesisch: Swåbstää · Dänisch: Svåbste
Schwabstedt ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, an einer Schleife der Treene im Südosten des Kreisgebiets. Auf 19,64 Quadratkilometern leben 1.339 Einwohner (Stand Ende 2025).
Das Dorf liegt auf dem Rand der Bredstedt-Husumer Geest, wo das Land zur Eider-Treene-Niederung abfällt. Über Eider und Treene führte zur Wikingerzeit ein Handelsweg von der Nordsee nach Hollingstedt und von dort über Land weiter nach Haithabu. Vermutlich bestand an der Flussschleife schon damals ein Umschlagplatz. Bis ins 12. Jahrhundert verlief hier die Grenze zwischen dem dänischen und dem niederdeutschen Sprachgebiet.
Bischofssitz und Amt
1268 gab der Schleswiger Bischof Bundo seine Burg Gottorf an die Herzöge ab und erhielt dafür den herzoglichen Anteil der Südergoesharde. Damit wurde Schwabstedt bischöfliche Residenz. Als befestigter Sitz erscheint der Name 1318 in den Urkunden. Mittelalterliche Siegel deuten darauf hin, dass der Ort Stadtrecht besaß, eine Urkunde dazu fehlt jedoch. Nach der Reformation entstand aus dem Kirchenbesitz ein landesherrliches Amt, dessen Amtmann im Schloss saß.
1702 legte man dieses Amt mit dem Amt Husum zusammen. Das verfallene Schloss wurde kurz darauf abgebrochen, ein Teil der Ziegel pflasterte die Straße nach Seeth. Vom doppelten Wassergraben sind noch Reste zu erkennen. Aus dem Kirchspiel bildete Preußen 1867 eine Kirchspielslandgemeinde mit acht Dorfschaften, die 1934 in eigenständige Gemeinden zerfiel. Von 1952 bis 1959 bestand im Ort eine kleine dänische Schule.
Sankt Jacobi und der Glockenberg
Die romanische Feldsteinkirche Sankt Jacobi entstand um 1160 und erhielt an der Nordseite ein gotisches Vorhaus. Ihr spätgotischer Flügelaltar kam aus der 1807 abgebrochenen ersten Husumer Marienkirche und wird von Theodor Storm in der Novelle Aquis submersus beschrieben. Taufe und Kanzel aus den Jahren um 1605 stiftete Bischof Herzog Ulrich, geschnitten hat sie Hans Peper. Das Chorgestühl stammt aus dem 15. Jahrhundert, die Orgel von 1615 wurde 2004 überholt.
Nördlich der Kirche steht auf einem vorgeschichtlichen Hügel ein Glockenturm, der 1777 erneuert wurde. Dieser Hügel heißt Glockenberg und ist bisher nicht geöffnet worden, weshalb offen bleibt, ob darunter ein Grab oder ein vorchristlicher Kultplatz liegt. Ältere Spuren im Gemeindegebiet reichen bis in die Mittelsteinzeit zurück, dazu kommen Steingeräte der Jungsteinzeit und Grabhügel der frühen Bronzezeit. Römische Glasscherben aus einem Brunnen belegen Siedlungen in den Jahrhunderten um Christi Geburt.
Zur Gemeinde gehören das Dorf Hollbüllhuus, die Siedlung Lehmsiek mit dem größten Waldstück und der Schwabstedter Westerkoog, eine Exklave im Westen. Den Titel Luftkurort führt Schwabstedt seit 1968. Von 1910 bis 1986 hielten Züge der Strecke von Husum nach Rendsburg am hiesigen Bahnhof, die Strecke ist längst stillgelegt. Im Nordosten des Gemeindegebiets liegt das Naturschutzgebiet Wildes Moor.
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Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zum Ende des Bahnhalts gibt es zwei Angaben: die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt 1971, die Wikipedia 1986. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.
Quellen
Weiterführende Literatur
- SHL, S. 467.