Süderende

Süderende ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, im Westen der Insel Föhr. Auf 2,59 Quadratkilometern leben 186 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Name sagt, wie der Ort entstand: Süderende war das südliche Ende von Oldsum und gehörte lange zu dessen Gemeinde. Seit der Gebietsreform nach 1864 ist es selbstständig. Ein unbewohnter Streifen im Süden blieb damals bei Oldsum und bildet seither eine Exklave, sodass die Nachbargemeinde im Norden und im Süden angrenzt. Urkundlich erscheint der Ortsname im 16. Jahrhundert.

Dorf der Kapitäne

Neben der Landwirtschaft trug der Walfang im 17. und 18. Jahrhundert die Bevölkerung. Einige Männer stiegen zum Kommandeur auf, was dem Ort den Beinamen Dorf der Kapitäne und seine stattlichen utlandfriesischen Häuser eintrug. Am bekanntesten ist Matthias Petersen, dem 373 erlegte Wale zugeschrieben werden; sein Grabstein steht auf dem Friedhof. Dort liegt auch der Maler Oluf Braren. Die kunstvollen Steine dieses Friedhofs gelten als sprechende Grabsteine, weil sie vom Leben der Bestatteten berichten.

Am Südrand des Dorfes steht die Kirche Sankt Laurentii, ein romanischer Feldsteinbau aus dem 12. Jahrhundert, der mehrfach erweitert wurde. Bei späteren Umbauten kamen Backsteine hinzu, die das heutige Bild prägen. Zum Inventar gehören ein dreiteiliger spätgotischer Schnitzaltar des 15. Jahrhunderts und eine romanische Taufe; die Malereien an der Decke des Kirchenschiffs wurden in den 1990er Jahren freigelegt. Das reetgedeckte Pastorat entstand 1762. Als Alltagssprache hält sich im Dorf das Föhrer Friesisch, wofür die Gemeinde 2007 als sprachenfreundlich ausgezeichnet wurde.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Die Deckenmalereien der Kirche datiert die frühere Nordfriesland-Datenbank barock auf die Zeit um 1670, die Wikipedia nennt Malereien der Renaissance. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Süderende (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Süderende
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Reinhard Arfsten: Chronik eines friesischen Dorfes. Süderende auf Föhr, Süderende 1968.