Oldsum
Friesisch: Olersem
Oldsum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, im Nordwesten der Insel Föhr, rund neun Kilometer nordwestlich von Wyk. Auf 13,31 Quadratkilometern leben 553 Einwohner (Stand Ende 2025).
Die Gemeinde besteht aus den drei Dörfern Oldsum, Klintum und Toftum, die sich über rund zwei Kilometer entlang der Hauptstraße von West nach Ost aneinanderreihen. Schon auf Friedrich von Warnstedts Karte von 1823 erscheinen sie als ein zusammenhängendes Reihendorf ohne erkennbare Grenzen. Urkundlich genannt wird Oldsum 1462, ein Zinsbuch von 1509 verzeichnet die Form Aluersem. Der Name bedeutet wahrscheinlich Heim des Ulfer oder Olfer, wobei der Rufname auf Wulfhar in der Bedeutung Anführer zurückgeht; eine Umdeutung führte später zu Oldsum, also Altheim.
Als im 16. Jahrhundert der Föhrer Marschkoog bedeicht wurde, verlor der Ort seine schiffbare Verbindung zur Nordsee. Die Landwirtschaft allein genügte kaum zum Lebensunterhalt, gute Verdienstmöglichkeiten boten dagegen der Walfang und später die Handelsschifffahrt. Viele Föhrer stiegen zum Kapitän oder Kommandeur auf, ihr Wohlstand zeigt sich noch in den Kapitänshäusern im Langdorf. Der bekannteste Grönlandfahrer war der 1632 geborene Matthias Petersen, der 373 Wale erlegte und deshalb Matthias der Glückliche genannt wurde; sein Grab liegt auf dem Friedhof der Laurentiuskirche in Süderende.
Als Teil von Westerland Föhr gehörten die drei Ortschaften zu den königlichen Enklaven und damit unmittelbar zum Königreich Dänemark, während Osterland Föhr mit Wyk zum Herzogtum Schleswig zählte. Erst 1864 kamen sie an Schleswig-Holstein. Dabei verlor die Gemeinde Süderende, das seitdem selbstständig ist; südlich davon blieb eine unbewohnte Exklave von rund 122 Hektar bei Oldsum. Klintum bildete vor 1867 mit Oldsum die Gemeinde Oldsum-Klintum, die 1970 mit Toftum zur heutigen Gemeinde Oldsum verschmolz.
Das Ortsbild prägen gut erhaltene reetgedeckte Bauernhäuser. Wahrzeichen ist eine alte reetgedeckte Windmühle; ihre Vorgängerin von etwa 1700 brannte zweihundert Jahre später ab, der Neubau wurde bis 1954 genutzt und dient seit 1972 als Wohnhaus. Mit dem Fremdenverkehr trat die Landwirtschaft zurück, einige Höfe wurden in den 1950er und 1960er Jahren aus dem Dorf ausgesiedelt. Zugezogene Maler, Fotografen, Schauspieler und Kunsthandwerker brachten Oldsum den Ruf eines Künstlerdorfs, heute finden sich hier Ateliers und Galerien neben Handwerk und Einzelhandel. Die friesische Sprache wird von Generation zu Generation weitergegeben, und bei vielen gesellschaftlichen Anlässen tragen die Frauen ihre Tracht.
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Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Die Schreibweise der ersten Nennung von 1462 wird unterschiedlich wiedergegeben: die frühere Nordfriesland-Datenbank liest Vluersum, die Wikipedia Uluersum. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.