Tinningstedt

Friesisch: Tæningstää · Dänisch: Tinnestej

Tinningstedt ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, auf der Lecker Geest nördlich von Leck, etwa zehn Kilometer südlich der dänischen Grenze. Auf 8,91 Quadratkilometern leben 229 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Ort erscheint im 15. Jahrhundert erstmals in einer Urkunde, die Bedeutung des Namens ist unklar. Ältere Spuren liefern der Boden und die Funde: Klingen und andere Werkzeuge aus Flint verweisen auf eine Besiedlung seit der Mittelsteinzeit, drei Grabhügel stammen aus der Jungsteinzeit. Eisenschlacken deuten auf frühgeschichtliche Eisenverhüttung im Gemeindegebiet hin. Bis 1586 wurde hier eine Valkenlegge unterhalten, ein Fangplatz für Falken, der wahrscheinlich der herzoglichen Hofhaltung diente; das Gemeindewappen zeigt deshalb einen anfliegenden Falken.

Obwohl das Dorf weit im Binnenland auf der Geest liegt, bedrohten Sturmfluten seine Wiesenländereien. Die Fluten von 1532 und 1634 reichten bis an die Grenzen der Gemarkung, worauf der Wellenbalken im Wappen anspielt. Die Feldgemeinschaft wurde 1808 aufgehoben, danach begann die Aussiedlung aus dem Ortszentrum in die Feldmark. Aus dieser Bewegung gingen die Hofsiedlung Neulandshof, die Häusergruppe Stockholmacker und die Streusiedlung Tinningstedtfeld hervor.

In den 1980er Jahren war Tinningstedt Modellgemeinde Landschaftspflege des Landes Schleswig-Holstein. Angelegt wurden 33 miteinander vernetzte Feuchtbiotope, dazu kamen Baumpflanzungen und die Erneuerung von Reetdächern, Toren und Steinwällen. Ein Gedenkstein von 1985 erinnert an dieses Programm und an die vorangegangenen Eingriffe in die Flur, die Verkoppelung zwischen 1769 und 1808 und die Flurbereinigung von 1958 bis 1966.

Alte Bauernhöfe und Einfamilienhäuser prägen das Ortsbild, die Wirtschaft beruht auf der Landwirtschaft mit wenigen Vollerwerbsbetrieben. Die einzige Schule im Dorf ist die Tinningstedt Danske Skole der dänischen Minderheit. Die Landesstraße 3 führt vom Ortskern nach Ladelund und trifft am nördlichen Ortsausgang auf die Bundesstraße 5, die Bundesstraße 199 kommt in der Nachbargemeinde Klixbüll hinzu. Südlich grenzt der Flugplatz Leck mit seiner Graspiste an, ein Teil des früheren Fliegerhorstes liegt noch im Gemeindegebiet.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Die erste urkundliche Nennung als Tynnygestede überliefert nur die frühere Nordfriesland-Datenbank, die Wikipedia nennt kein Jahr. Deshalb steht hier allein das Jahrhundert. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Tinningstedt (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Tinningstedt
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL