Carsten Boysen
Carsten Boysen, geboren 1912 in Lindholm, gestorben 1985 in Risum, war Landwirt und Funktionär der friesischen Bewegung.
Boysen ging 1929 und 1930 auf die Landwirtschaftsschule in Niebüll, danach 1933/34 auf eine Volkshochschule im dänischen Hoptrup. Ein Jahr auf einem Bauernhof in Westfriesland folgte 1936; 1939 übernahm er einen eigenen Betrieb in Risum. Nach dem Krieg ernannte man ihn zum ersten Bürgermeister des Ortes. Weitere Ämter kamen hinzu: der Kreistag von Südtondern, von 1970 bis 1978 der Fraktionsvorsitz des Südschleswigschen Wählerverbandes im Kreistag von Nordfriesland und in der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen die Vertretung der Nationalen Friesen. Er war ein Neffe von Johannes Oldsen.
Der Rücktritt von 1951
Als 1948 das Nordfriesische Institut als unparteiische Einrichtung entstand, galt der 36-Jährige als politisch unverbraucht und deshalb als geeignet für die Leitung des Trägervereins. Gleichzeitig saß Boysen im Vorstand der Foriining for nationale Friiske, und der alte Streit mit dem Nordfriesischen Verein brach über der Gründung wieder auf, heftig und für lange Zeit. Um dem Institut keinen nationalpolitischen Anstrich zu geben, legte er 1951 den Vorsitz nieder.
Der friesischen Bewegung blieb er verbunden. 1958 übernahm er den Vorsitz der Nationalen Friesen, den er ein Vierteljahrhundert behielt, und im Friesenrat vertrat er sie bis zu seinem Tod. Die Organisation heißt heute Friisk Foriining. Wohnort blieb Risum, heute Teil der Gemeinde Risum-Lindholm.
Verwandte Einträge
Zu den Angaben
Die Lebensdaten folgen der früheren Nordfriesland-Datenbank. Einen Wikipedia-Artikel gibt es nicht; die Angaben folgen der früheren Nordfriesland-Datenbank. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Jens Owe Petersen: Carsten Boysen und die friesische Bewegung nach 1945. In: Nordfriesisches Jahrbuch 42 (2006/07), S. 7-62.