Julius Momsen
Julius Momsen, geboren 1866 in Marienhof/Emmelsbüll, gestorben 1940 in Deezbüll, war Landwirt und Politiker.
Dass Momsen als einziger Sohn den Hof des Vaters übernehmen würde, stand früh fest; für ein Studium blieb daher kein Raum. Schon mit 21 Jahren gründete er 1887 einen Landwirtschaftlichen Verein für die Wiedingharde, gemeinsam mit älteren Bauern, wurde dessen Schriftführer und 1891 Vorsitzender. 1890 übernahm er den Hof, 1920 gab er ihn in die nächste Generation weiter und zog nach Deezbüll.
Ehrenämter in der Landwirtschaft
Von 1900 bis 1920 führte Momsen den Landwirtschaftlichen Kreisverein für den Kreis Tondern. Der Landwirtschaftskammer der Provinz Schleswig-Holstein gehörte er von 1900 bis 1931 an, von 1921 bis 1927 auch ihrem Vorstand. 1906 trat er in die Schleswig-Holsteinische Landschaft ein, arbeitete dort als Distriktskommissar und nahm etwa 250 Taxen auf. Als er 1933 ausschied, war er Generallandschaftsrat.
Im Provinziallandtag und im Grenzkampf
Momsen vertrat von 1917 bis 1933 zunächst Tondern und ab 1920 Südtondern als Deputierten im Kreis und im Kreisausschuss. Für die rechtsliberale Deutsche Volkspartei trat er auch als Reichstagskandidat an. Während des Abstimmungskampfs 1919 und 1920 setzte er sich entschieden für die deutsche Seite ein, schrieb Zeitungsartikel und trat auf Versammlungen in Deutschland und in Dänemark auf. Nach 1933 beendete er alle öffentlichen Tätigkeiten; den Nationalsozialismus lehnte er als freier friesischer Bauer ab.
Verein und Wörterbuch
1902 gehörte Momsen zu den Mitbegründern des Nordfriesischen Vereins für Heimatkunde und Heimatliebe, von 1922 bis 1927 führte er ihn. Von 1922 bis 1933 leitete er zudem den Friesischen Verein für Niebüll-Deezbüll und Umgegend. Für das Friesische war er Gewährsmann der Mundart der Wiedingharde und nahm in den 1930er Jahren an den Vorarbeiten für ein nordfriesisches Wörterbuch teil. Seine Bibliothek umfasste am Lebensende rund 250 Bände zur Geschichte Schleswig-Holsteins und Nordfrieslands, dazu friesischsprachige Bücher und eigene Arbeiten.
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Zu den Angaben
Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Der Familienname wird Momsen geschrieben. Der Pfad dieser Seite folgt der früheren Nordfriesland-Datenbank, die ihn mit doppeltem m führte. Zur Reichstagskandidatur weichen die Angaben ab: Die alte Datenbank nennt 1921, die Wikipedia 1920. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Thomas Steensen, Die friesische Bewegung in Nordfriesland, Neumünster 1986.