Oevenum

Friesisch: Ööwenem

Oevenum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, rund drei Kilometer nordwestlich von Wyk am Rand des Föhrer Geestkerns. Auf 10,87 Quadratkilometern leben 450 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Ortsname bedeutet Heim oder Siedlung des Ove. Eine Urkunde nennt Ouenum erstmals im 15. Jahrhundert. Das Dorf liegt am Übergang vom Geestkern der Insel zum Föhrer Marschkoog und bildet den einzigen Wohnplatz der Gemeinde. Westlich schließt sich Midlum an, südöstlich Wrixum.

Kommandeure und Vogelkojen

Im 17. und 18. Jahrhundert fuhren die meisten Männer des Dorfes zum Walfang, viele von ihnen als Steuerleute oder als Kommandeur eines Schiffes. Die erste Navigationsschule der Insel stand ebenfalls hier, unterrichtet wurde im Winter von Kapitänen, die ihre Erfahrung weitergaben. Eine Anlage zum Entenfang nach niederländischer Art, eine Vogelkoje, kam 1730 hinzu, später eine zweite. Betrieben werden beide noch heute, und sie stehen als Kulturdenkmale unter Schutz.

Weil die Männer meist auf See waren, gründeten die Bewohner 1882 die erste Jugendfeuerwehr Deutschlands. Unter Denkmalschutz steht auch die Dorfglocke von 1798. Angeschafft wurde sie als Feuerglocke, nachdem zwei Jahre zuvor im Nachbarort Nieblum 23 Häuser abgebrannt waren. Zu hören war sie morgens und mittags, dazu als Alarm bei Feuer und bei Sturmflut. Heute läutet sie für die Toten.

Landwirtschaft wird noch von einigen Betrieben getragen, das Einkommen der meisten Bewohner stammt jedoch aus dem Fremdenverkehr. Seit 1995 ist Oevenum anerkannter Erholungsort. Aus dem Dorf stammt der Dichter Lorenz Conrad Peters.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Das Landwirtschaftliche Museum, das die alte Nordfriesland-Datenbank noch aufführt, ist nach Angaben der Wikipedia seit 2011 geschlossen. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Oevenum (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Oevenum
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Johann Braren: Chronik des Dorfes auf Föhr, Föhr 1988.