Besiedlung
Besiedlung verlief in Nordfriesland in Stufen: zuerst auf der hohen Geest, später mit Warften in der Marsch und erst danach hinter Deichen.
Wo Menschen in Nordfriesland wohnen konnten, entschied über Jahrtausende die Höhe des Landes. Trocken und sicher lag nur die Geest, der ältere, eiszeitlich geformte Teil der Landschaft. Dort schlugen Siedler im vierten Jahrtausend vor Christus mit geschliffenen Feuersteinbeilen Lichtungen in den Wald und blieben. Aus der Jungsteinzeit stammen die Megalithgräber, die noch heute unter Hügeln liegen.
Spätestens in der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends vor Christus hatte der steigende Meeresspiegel die heutige Marsch erreicht. Damit schrumpften die Flächen, die sich besiedeln und bewirtschaften ließen.
Wohnen über dem Wasser
Wer in der Marsch bauen wollte, musste sich über den Wasserstand erheben. Die Lösung war die Warft, ein aufgeschütteter Hügel, auf dem je nach Größe ein Gehöft oder ein ganzes Dorf Platz fand. Die ältesten dieser Hügel reichen bis ins 3. Jahrhundert vor Christus zurück, aufgeschüttet wurde über Jahrhunderte immer wieder, weil der Meeresspiegel stieg und der Untergrund sich setzte. Auf den Halligen ist die Warft bis heute in Gebrauch.
Deiche, Köge und Rückschläge
Erst der Deichbau machte zusammenhängende Flächen dauerhaft nutzbar. Hinter den Deichen entstanden die Köge, in denen Höfe auch ohne Hügel stehen können. Sicher war das Land damit nicht: Schwere Fluten wie 1362 und 1634 zerstörten ganze Siedlungsgebiete, und nach der Sturmflut von 1634 gaben die Überlebenden Land auf, weil sie die Deiche nicht wiederherstellen konnten.
Zu den Angaben
Dieser Eintrag fasst zusammen, was die Einträge zur Jungsteinzeit, zur Warft, zum Deichbau und zur Sturmflut im Einzelnen belegen. Eine eigene Quelle zur Besiedlungsgeschichte des Kreises lag nicht vor, weshalb der Text knapp bleibt. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.