Biikebrennen

Biikebrennen ist das nordfriesische Feuerfest am Abend des 21. Februar, dem Vorabend des Petritags.

An der Westküste tritt die Biike an die Stelle des Osterfeuers, das sonst weit verbreitet ist. Vermutlich diente das Feuer im Mittelalter dazu, böse Geister fernzuhalten und die junge Saat zu sichern. Mit der Christianisierung rückte es in die Fastnacht. Der Keitumer Chronist Henning Rinken berichtet, dass sich vor 1760 jedes Jahr am 22. Februar die Seeleute in Keitum trafen, um die Fahrt in die Walfanghäfen abzusprechen und Heuern festzumachen. Wer zu einer Harde gehörte, wurde am Dingtag durch Feuerzeichen zusammengerufen, und weil an diesem Tag auch getanzt wurde, zog man ihn bei Bedarf vor, damit er nicht in die Fastenzeit fiel.

Auf den 21. Februar hat erst Christian Peter Hansen den Termin festgelegt. Albert Panten und Hubertus Jessel beschreiben den Weg des Festes in drei Schritten: vom Brauch um Fruchtbarkeit über das konstruierte Abschiedsfest und das später betonte nationale Feuer bis zum unterhaltsamen Ereignis, das im übertragenen Sinn dieselben Aufgaben erfüllt.

Wie gefeiert wird

Für das 18. Jahrhundert sind lange Stangen beschrieben, an deren oberem Ende Strohbunde brannten. Um 1850 bestand die Sylter Biike aus einer Stange mit einer Teertonne obenauf, in die man Strohbündel nachschob. Die aufgeschichteten Holzstöße kamen auf den Inseln wohl erst danach auf, als dort die Weihnachtsbäume in Mode kamen und Brennmaterial lieferten. Heute besteht das Feuer meist aus abgelegten Bäumen, Gestecken und Schnittgut, und mancher nimmt den Termin zum Anlass, endlich die Büsche zu schneiden.

Fast jedes Dorf und viele einzelne Höfe haben eine eigene Biike, an der gesungen und gespielt wird. Andernorts steckt ein altes Fass auf der Spitze, und sobald es herunterfällt, gilt der Winter als beendet. Auf Sylt wird vor dem Anzünden auf Sylter Friesisch gesprochen, oft anschließend noch einmal auf Deutsch, und die Rede endet mit der Aufforderung "Maaki di biiki ön". Danach kommt traditionell Grünkohl auf den Tisch. Die Schulkinder auf Sylt und Föhr haben am Tag darauf frei.

Verbreitung

Bis in die Zeit des Nationalsozialismus brannten Biiken auf dem Festland und den Inseln, danach hielt sich der Brauch im Wesentlichen auf Sylt. Wieder ausgebreitet hat er sich ab 1970, als drei Kreise zum heutigen Kreis Nordfriesland zusammengelegt wurden. Auf den dänischen Wattenmeerinseln heißt der Abend Pers awten, also Peters Abend. Im Binnenland brennen die Feuer als Beekenbrennen schon am 2. Februar, etwa in Stapelholm. Kinder tragen inzwischen wieder Gedichte in einer der nordfriesischen Mundarten vor.

Zu den Angaben

Woher der Brauch stammt, ist nicht geklärt. Die verbreitete Erzählung vom Abschied der Walfänger stammt von C. P. Hansen, der sie um 1830 erfand. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.

Quellen

  1. Wikipedia: Biikebrennen