Ekke Nekkepenn

Ekke Nekkepenn ist eine nordfriesische Sagengestalt, ein Meermann, der mit Seeleuten und Inselbewohnern Schabernack treibt.

Die bekannte Fassung stammt von Christian Peter Hansen, der verschiedene Sagen zu einer fortlaufenden Erzählung verdichtete. Sie beginnt damit, dass der Meermann die Frau eines Sylter Kapitäns holt, weil sein Kind zur Welt kommt und niemand helfen kann. Die Frau steigt zu Rahn auf den Grund der Nordsee, leistet Beistand und kehrt reich beschenkt zurück, das Schiff erreicht bei gutem Wetter seinen Hafen. Viele Jahre später will Ekke Nekkepenn die Kapitänsfrau statt der gealterten Rahn nehmen. Er überredet Rahn, Salz zu mahlen, und im Strudel gehen der Schiffer und seine Leute unter.

Dass die Nordsee salzig ist, erklärt die Sage mit diesem Mahlen. Mitunter arbeitete Rahn so kräftig, dass der Sog auch Schiffe nach unten zog.

Der geratene Name

Auf dem Weg zur Kapitänsfrau trifft der Meermann am Strand deren Tochter Inge, steckt ihr Ringe an die Finger, hängt ihr eine Kette um und nennt sie seine Braut. Freigeben will er sie nur, wenn sie am nächsten Abend seinen Namen weiß. Kein Mensch auf der Insel kennt den Fremden. Verzweifelt geht Inge den Strand ab und hört an der Südspitze bei Hörnum aus einem Hügel eine Stimme, die singt und dabei den Namen verrät: "Ik jit Ekke Nekkepen, min Brid es Inge fan Raantem." Damit ist sie gerettet, und der genarrte Meermann hegt seither Wut gegen die Insel, versenkt Schiffe und schickt Stürme.

Woher der Stoff kommt

Gedruckt erschien die Gestalt zuerst 1845 in Karl Müllenhoffs Sammlung von Sagen, Märchen und Liedern der Herzogtümer, und zwar nach Hansens Mitteilung. Hansen selbst berief sich auf ein Werk zur nordischen Mythenlehre von 1847 und deutete die Ortsnamen Eidum und Rantum als Benennungen nach den Meeresgottheiten. Beide Orte traf es hart: Eidum versank 1436 in der Allerheiligenflut, und das alte Rantum begrub der Flugsand. In seiner 1866 erschienenen Novelle Die Regentrude setzte Theodor Storm ein Feuermännlein namens Eckeneckepenn ein, das die Felder verdorren lässt.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Die frühere Nordfriesland-Datenbank führte die Gestalt als nordfriesischen Meergott. Willy Krogmann wies 1966 nach, dass Hansens Bezüge zur nordischen Mythologie nicht haltbar sind: Der Ortsname Rantum lässt sich nicht auf altnordisch Ran zurückführen, und zwischen dem Namen des Meeresgottes Aegir und dem Wort Ekke besteht kein etymologischer Zusammenhang. Krogmann hielt Figur und Meergöttin für Erfindungen Hansens. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Ekke Nekkepenn (Archivfassung 2009)
  2. Wikipedia: Ekke Nekkepenn