Norderheverkoog
Der Norderheverkoog ist ein Koog in den Gemeinden Tetenbüll und Osterhever im Kreis Nordfriesland, bedeicht im Jahr 1937. Er ist rund 650 Hektar groß.
Der Norderheverkoog liegt an der Nordküste von Eiderstedt zwischen Westerhever und Uelvesbüll. Er gehört zu den Gemeinden Tetenbüll und Osterhever. Bis 1945 trug er einen anderen Namen: Horst-Wessel-Koog.
Ein Musterkoog der NS-Zeit
Die Eindeichung begann 1935 im Rahmen eines Programms zur Arbeitsbeschaffung und Landgewinnung. Dabei wurde der bestehende Sommerdeich an der Hever zum vollen Deich ausgebaut. 1937 war der Koog fertig. Benannt wurde er nach dem SA-Mann Horst Wessel, den die Nationalsozialisten zum Märtyrer stilisierten.
Wie der Adolf-Hitler-Koog in Dithmarschen und der Hermann-Göring-Koog, der heutige Tümlauer Koog, diente er der Blut-und-Boden-Ideologie als Vorzeigeprojekt. Die Siedler wurden nach rassischen Gesichtspunkten ausgewählt. Neben 26 Neubauernstellen entstanden Stellen für Landarbeiter und nach Angaben der früheren Nordfriesland-Datenbank auch je eine für einen Bäcker, einen Schmied und einen Deichschäfer, gedacht als Abbild einer Volksgemeinschaft. Im Krieg erlahmte das Interesse an dem Musterkoog schnell.
Heute
Im Koog stehen heute rund 150 Gebäude. Neben der Landwirtschaft ist der Tourismus ein zweites Standbein. Die Lage direkt an der Küste zieht vor allem Familien an.
Verwandte Einträge
Zu den Angaben
Belegt sind das Bedeichungsjahr (Wikipedia) und die Fläche (Wikipedia). Kenndaten erscheinen hier nur, wenn eine frei zugängliche Quelle sie stützt. Weitere Werte aus der früheren Nordfriesland-Datenbank werden derzeit mit dem Standardwerk von Harry Kunz und Albert Panten abgeglichen. Zur Fläche: 650 Hektar nennt die Wikipedia als landwirtschaftlich nutzbare Fläche, die frühere Nordfriesland-Datenbank gibt die Gesamtgröße mit 716 Hektar an. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen des Kooges.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Sielverband Norderheverkoog (Hrsg.): Norderheverkoog 1938-1988, Norderheverkoog 1988.
- Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Bredstedt 1997, ISBN 3-88007-251-5