Bohmstedt

Friesisch: Baamst

Bohmstedt ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, am Übergang der Geest in die Marsch rund sechs Kilometer südöstlich von Bredstedt. Auf 13,35 Quadratkilometern leben 819 Einwohner (Stand Ende 2025).

Das Gemeindegebiet reicht bis an die Mündung der Ostenau in die Arlau, die zugleich die Grenze im Westen und Süden bildet. Der Marschteil gehört zum Breklumer Koog, der um 1520 eingedeicht wurde, im Südosten schließt der Ahrenshöfter Graben das Gebiet ab. Historisch zählte der Ort zur Nordergoesharde. Erstmals schriftlich fassbar ist der Name im 15. Jahrhundert; er bedeutet Baumstätte und geht auf altfriesisch bam zurück. Trotz der Lage am Westrand des dänischen Sprachgebiets liegt damit wahrscheinlich ein friesischer Ortsname vor.

Vor der Ortsgründung bedeckte dichter Eichenwald die Geest, worauf sich der Name bezieht. Reste von Großsteingräbern, darunter ein denkmalgeschütztes Langbett, und Funde von Feuersteingeräten belegen eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit. Zwei Dutzend Grabhügel, ein Hortfund mit Armspiralen und Armringen sowie Urnen stammen aus der Bronze- und Eisenzeit. Für das Mittelalter gibt es Hinweise auf den befestigten Hof Breedegaard. Der Feuerreiterstein am Heerweg trägt die Jahreszahl 1656.

Der Bauernwald Haaks

1896 überzeugte der Bauer Martin Paul Hansen seine Nachbarn davon, die Geest wieder aufzuforsten. Der genossenschaftlich betriebene Bauernwald Haaks erregte Aufsehen und brachte dem Dorf den Ruf eines fortschrittlichen Ortes ein. Noch heute dient rund ein Sechstel der landwirtschaftlich genutzten Fläche der Forstwirtschaft. In der Mitte des Waldes liegt das Forst- und Wirtshaus Waldheim, das als eigener Wohnplatz geführt wird. Weitere Wohnplätze sind die Streusiedlung Bohmstedtfeld und der einzeln stehende Fresenhof.

Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Drelsdorf aufgelöst, damit wurde Bohmstedt eine eigene Gemeinde. Die Landwirtschaft widmet sich vorwiegend der Milcherzeugung, dazu kamen 1996 ein Windpark mit neun Anlagen bei Bohmstedtfeld und 2007 eine Biogasanlage. Gewerbliche Arbeitsplätze stellen etwa dreißig kleine Betriebe und Handwerker, viele Bewohner pendeln aus. Die Außenstelle der Drelsdorfer Grund- und Hauptschule wird seit 2007 nicht mehr genutzt, Kindergärten und Schulen liegen in den Nachbarorten.

Auf dem Fresenhof lebte ab 1971 der Jazz- und Folkmusiker Knut Kiesewetter, dessen erfolgreichstes Album nach dem Hof benannt ist. Danach wohnte dort bis 2014 der Fernsehmoderator und Kinderbuchautor Peter Lustig. Das Gemeindewappen nimmt beide Seiten des Ortes auf: eine silberne Wellendeichsel für den Zusammenfluss von Arlau und Ostenau und einen bewurzelten grünen Laubbaum für den Ortsnamen.

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Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Bohmstedt (Archivfassung 2018)
  2. Wikipedia: Bohmstedt
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Bohmstedter Chronik. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Chronik. Heft 1-4 (1988-1992).