Bordelum
Friesisch: Boorlem
Bordelum ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, am Stollberg rund zwei Kilometer nördlich von Bredstedt. Auf 34,71 Quadratkilometern leben 2.023 Einwohner (Stand Ende 2025).
Der Name setzt sich aus einem dänischen Wort für am Rand und einer Endung für Erhebung zusammen, gemeint ist eine Siedlung am Geestabhang. Genau dort liegt die Gemeinde: Ihre südlichen und westlichen Ausläufer fallen in die Marsch ab, im Osten geht das Gebiet um Dörpum in das Sandergebiet der Geest über. Zehn Ortsteile bilden die Gemeinde, fünf davon reihen sich von Südost nach Nordwest auf, darunter Uphusum, Ebüll und Sterdebüll. Historisch gehörte der Ort zur Nordergoesharde.
Im Marschstreifen der Gemeinde liegen vier Köge: der Sterdebüller Alte Koog von etwa 1466, der Sterdebüller Neue und der Bordelumer Koog von etwa 1520 sowie der Frau-Metten-Koog von 1721. Menschen lebten hier schon in der mittleren Steinzeit, weitere Funde stammen aus der Jungsteinzeit und der Eisenzeit. In Uphusum sind Reste des adeligen Fru-Metten-Hofes aus dem 16. Jahrhundert erhalten.
Stollberg und heilige Quelle
Der Stollberg ist eine Endmoräne der Saale-Eiszeit und mit 43,4 Metern die vierthöchste Erhebung Nordfrieslands. Urnengräber belegen eine vorgeschichtliche Besiedlung. Bis in die 1950er Jahre lag der Berg unter Sanddünen, weshalb er erst spät bekannt wurde, und 2002 wurde er als Naturerlebnisraum anerkannt.
Auf einer kircheneigenen Koppel am Fuß des Bergs tritt eine Quelle aus, deren Wasser um 1770 als heilkräftig gerühmt wurde. Zwischen 1808 und 1810 zog sie viele Besucher an, die bald wieder ausblieben. Als heilige Quelle steht sie heute unter Denkmalschutz.
Die Bordelumer Rotte
1737 gründeten der Kandidat Franz Barsonius und der Hauslehrer David Bähr eine radikalpietistische Gruppe, die als Bordelumer Rotte in die Kirchengeschichte einging. Ihre etwa zwanzig Mitglieder mieden die Gottesdienste und trafen sich in eigenen Versammlungen, blieben dem Abendmahl fern und hielten nichts von der Taufe. Bestehende Ehen sahen sie als aufgelöst an, wenn der Partner nicht zu ihrem Glauben übertrat. Auf Beschwerden der Prediger hin ließ die Obrigkeit die Gruppe im Juni 1739 verbieten, ihre Anführer flohen und die Bewegung soll in Dörpum bis ins 19. Jahrhundert weiterbestanden haben.
Die Kirche Sankt Nikolai steht am Südhang des Stollbergs. Vermutet wird, dass an dieser Stelle vorher ein friesisches Heiligtum lag. Erhalten sind eine romanische Apsis und romanische Fenster, die Innenausstattung stammt aus der Renaissance, und der hölzerne Glockenturm steht frei daneben. Grabungen von 1951 wiesen nach, dass die ältesten Siedlungsplätze um die Kirche lagen und im 15. Jahrhundert aufgegeben wurden.
Landwirtschaft und Wohnen bestimmen die Gemeinde, dazu kommen Windparks und Biogasanlagen. Im Norden liegen Wald und Heide mit rund dreißig ehemals bewirtschafteten Fischteichen.
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Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten urkundlichen Nennung gibt es zwei Angaben: die Wikipedia nennt das Jahr 1300, die frühere Nordfriesland-Datenbank Urkunden des 15. Jahrhunderts. Auch zur Kirche gehen die Quellen auseinander, die eine führt sie auf das 12. Jahrhundert zurück, die andere auf einen Neubau des 17. Jahrhunderts nach einem Brand von 1629. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Schleswig-Holstein Topographie, HN 29.12.2001.