Emmelsbüll-Horsbüll
Friesisch: Ämesbel-Horbel · Dänisch: Æmesbøl-Hosbøl
Emmelsbüll-Horsbüll ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, in der Marsch der Wiedingharde rund zehn Kilometer nordwestlich von Niebüll. Auf 35,73 Quadratkilometern leben 909 Einwohner (Stand Ende 2025).
Die Gemeinde entstand am 1. Februar 1974, als sich die bis dahin eigenständigen Orte Emmelsbüll und Horsbüll zusammenschlossen. Horsbüll gab schon im Mittelalter der Horsbüllharde ihren Namen und erscheint 1231 im Waldemar-Erdbuch. Eine Sage erklärt das Bestimmungswort mit einem Pferd, von dem aus ein Landbesitzer bei einer Sturmflut gerettet worden sein soll; hors ist das alte Wort dafür. Emmelsbüll wird als Siedlung eines Mannes namens Emme oder Eme gedeutet.
Funde aus der römischen Kaiserzeit, der Völkerwanderungszeit und dem frühen Mittelalter belegen eine lange Besiedlung der Emmelsbüller Marsch. Möglich war sie über Jahrhunderte nur auf Warften, also auf künstlich aufgeworfenen Wohnhügeln. Ein Beispiel ist Toftum, wo die 1480 geadelte Familie Froddesen saß und heute ein Hof von 1761 steht. Mit dem Kleinen Emmelsbüller Koog von 1554 und dem Gotteskoog von 1566 wuchs das Gemeindegebiet nach Osten.
Zwei Kirchen, zwei Dorfkerne
Die Marienkirche in Horsbüll stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert und ist damit die älteste der Wiedingharde. Sturmfluten zwangen wiederholt zur Rückverlegung des Deiches, weshalb sie seit Anfang des 19. Jahrhunderts unmittelbar dahinter liegt. Hinter dem Deich beginnt heute nicht die Nordsee, sondern der Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog. Der Turm ersetzte 1897 einen abgebrannten Vorgänger. Emmelsbüll besitzt mit der Rimbertikirche von 1768 den jüngeren Bau, vor dessen Norderportal ein Trittstein mit eingeritzten Tierbildern aus dem 12. oder 13. Jahrhundert liegt.
Die beiden Ortsteile blieben unterschiedlich: Alt-Horsbüll bewahrte seinen halligartigen Kern um die Kirche und die landwirtschaftliche Prägung, in Emmelsbüll bildete sich der Versorgungspunkt mit Läden, Kindergarten und Schule. Die Schule schloss 2010, die Grundschüler gehen seither nach Neukirchen. Neben der Landwirtschaft tragen ein muschelverarbeitender Betrieb, Windenergie und die Vermietung von Ferienwohnungen zum Erwerb bei. Viele Bewohner arbeiten auf der Insel Sylt.
Bei Südwesthörn im Südwesten lag bis ins 20. Jahrhundert ein kleiner Hafen. An seiner Stelle entwässert seit 1977 ein Schöpfwerk das Wasser aus dem Gotteskoog und dem Wiedingharder Alten Koog in die Nordsee; zuvor tat das ein Siel. Eine Badestelle mit Steg ins Watt ist Ausgangspunkt für Wattwanderungen. Für die Erhöhung des Landesschutzdeiches im Nachbarkoog wurde 2001 und 2002 Füllmaterial aus der Gemarkung entnommen, die Entnahmestellen sind heute Seen.
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Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten Nennung von Emmelsbüll gehen die Quellen auseinander: die Wikipedia setzt sie wie bei Horsbüll ins Waldemar-Erdbuch von 1231, die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt erst ein Zinsbuch des Bischofs zu Schleswig aus dem 15. Jahrhundert. Auch das Jahr der Deichzurückverlegung bei Horsbüll wird mit 1802 und mit 1805 angegeben. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Schleswig-Holstein Topographie, HN 14.3.2003.