Hattstedter Marsch

Friesisch: Haatstinger Määrsch

Die Hattstedter Marsch ist eine tief liegende Marschlandschaft nördlich von Husum und bildet zugleich eine eigene Gemeinde im Kreis Nordfriesland.

Siedlungsreste und ein einzelnes Flintbeil belegen eine Erschließung des Gebiets seit der Jungsteinzeit. Vor dem 5. Jahrhundert betrieben hier wohl Angeln Landwirtschaft, damals noch in einer weitgehend offenen Marschbucht vor der Geestrandsiedlung Hattstedt. Urkundlich erscheint die Marsch von Hattstedt im 14. Jahrhundert, weitere Nennungen folgen 1445 und 1472. Verwaltet wurde das Gebiet von der Südergoesharde.

Zwei Köge bilden die Grundlage der Gemeinde. Den Alten Koog gewann man in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auf Anordnung des dänischen Königs Christian I., den Neuen Koog um 1500. Die Siedler blieben auf ihren Warften verstreut wohnen, weshalb das Gebiet bis heute von Einzelhöfen geprägt ist. Nur der Ortsteil Altendeich bildet eine langgestreckte Häuserreihe entlang der alten Deichlinie. Die Entwässerung des tief liegenden Landes ließ sich nur gemeinsam bewältigen, daher schlossen sich die Siedlungen am Ende des 18. Jahrhunderts zur Hattstedtermarsch-Commüne zusammen. Aus dieser Gemeinschaft ging 1934 die politische Gemeinde hervor.

Vom Seedeich zur zweiten Linie

Die Sturmfluten von 1962 und 1976 zeigten, wie anfällig die kurvige Außendeichslinie am Neuen Koog war. Daraus entstanden die Pläne für die Nordstrander Bucht, die 1987 zur Bedeichung des Beltringharder Kooges führten. Seither liegt der alte Seedeich in der zweiten Reihe, und die Überschwemmungsgefahr für das mittlere Nordfriesland ist gebannt. Der mittlere Abschnitt des neuen Kooges gehört zur Gemeinde und wird als Naturschutzgebiet entwickelt, in ihm liegt eine große Salzwasserlagune.

Die Arlau durchquert das Gemeindegebiet und markiert streckenweise die Nordgrenze. Nach der Arlauschleuse fließt sie durch den neuen Koog, wo vor dem Holmer Siel ein großes Speicherbecken liegt. Landwirtschaft war lange die Haupteinnahme, inzwischen kommen Handwerk, Fremdenverkehr und Windenergie hinzu. Vom Lüttmoorsiel führt der Weg zu Fuß über das Watt nach Nordstrandischmoor. Durch das Gebiet verlaufen die Bundesstraße 5 und die Marschbahn.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zu den Folgen der Eindeichung des Beltringharder Kooges gehen die Quellen auseinander: die frühere Nordfriesland-Datenbank sieht neue Badestellen zwischen Holmer und Lüttmoorsiel entstehen, die Wikipedia hält fest, dass die Gemeinde ihre Badestellen verloren hat. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Hattstedter Marsch (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Hattstedtermarsch
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Chronik der Hattstedter Marsch. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Chronik der Hattstedter Marsch, Bräist/ Bredstedt 1985. Schleswig-Holstein Topographie, HN 2.7.2004.