Klanxbüll
Friesisch: Klangsbel · Dänisch: Klangsbøl
Klanxbüll ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, in der Wiedingharde etwa 13 Kilometer nordwestlich von Niebüll. Auf 10,63 Quadratkilometern leben 1.035 Einwohner (Stand Ende 2025).
Der Ortsname geht wohl auf den Personennamen Klenke zurück, die Endung büll bedeutet Wohnstätte. Im 13. Jahrhundert erscheint das Dorf im Waldemar-Erdbuch, damals noch als Teil der Horsbüllharde. Um 1240 begann der Bau der Kirche, eines Backsteinbaus zwischen Spätromanik und Frühgotik. Auf dem nordfriesischen Festland trägt keine andere Kirche ein Reetdach. Die Kanzel kam aus Volgsbüll, einem Kirchspiel der alten Insel Strand, das 1634 unterging.
Als 1692 im Alten Friedrichenkoog ein schwieriger Deichschluss bevorstand, stiftete Sibbern Karstens vom Hof Groß-Bombüll ein Kruzifix und bat damit um das Gelingen. Zweimal, 1735 und 1931, musste die Westwand des Gebäudes ersetzt werden, Apsis und Südseite erhielten 1930 eine neue Verblendung. Das hölzerne Glockenhaus steht frei neben dem Kirchenschiff. Auf Bombüllhof soll nach der Sage der Seeräuber Störtebeker ein Versteck gehabt haben, doch reicht die Hofgeschichte nur bis um 1550 zurück. Das Gebäude brannte 2010 ab, erhalten blieb die Warft.
Deichbau in der Wiedingharde
Um 1400 trennte eine Sturmflut die Wiedingharde vom Festland, sodass sie zur Insel wurde. 1436 sicherte ein Deich mit dem Namen Goldener Ring das Gebiet. Mit neuen Dämmen entstand 1566 der Gotteskoog, der die Gegend wieder landfest machte. Weil die Entwässerung fehlte und feste Wege selten waren, blieb der Gotteskoogsee lange der wichtigste Verkehrsweg, bis er im 20. Jahrhundert weitgehend trockengelegt wurde. Um 1700 stand die Harde nach Kriegen und Missständen vor der Aufgabe, im 18. Jahrhundert folgte ein Aufschwung mit stattlichen Höfen.
Letzte Station vor Sylt
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts fuhr von hier eine Fähre nach Morsum. Zwischen dem Ort und der Sylter Nössespitze ist die Entfernung zur Insel am kürzesten, und im Watt liegt ein Rücken. Auf dieser Linie entstand 1927 der Hindenburgdamm. Seither ist Klanxbüll die letzte Bahnstation auf dem Festland, der Dorfkern wuchs um den Bahnhof, und viele Pendler steigen hier in den Zug. Die eigene Dorfschule verlor die Gemeinde 1967.
Der Charlottenhof, ein reetgedeckter Vierseithof aus der Zeit des Aufschwungs, kam 1998 durch eine Schenkung an die Gemeinde und dient als Kultur- und Tagungshaus. In der zugehörigen Jugendstilvilla von 1910 richtete man 1997 das Infozentrum Wiedingharde ein, das eine heimatkundliche Ausstellung zeigt. Landwirtschaft, einige Gewerbebetriebe und der Zuzug von Sylter Beschäftigten prägen die Gemeinde heute.
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Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten urkundlichen Nennung gibt es zwei Angaben: die Wikipedia nennt einen Eintrag im Waldemar-Erdbuch von 1231, die frühere Nordfriesland-Datenbank das Zinsbuch des Bischofs von Schleswig aus dem 15. Jahrhundert. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.