Oldenswort
Oldenswort ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, in der Eiderstedter Marsch nördlich des letzten Eiderbogens vor Tönning. Auf 45,84 Quadratkilometern leben 1.286 Einwohner (Stand Ende 2025).
Der Name geht auf eine alte Warft zurück, also auf eine aufgeschüttete Erhebung als Schutz vor Hochwasser. Die ältesten Siedlungsspuren auf der Warft Tofting stammen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, eine dichtere Besiedlung setzte um das Jahr 1000 ein. Die erste urkundliche Nennung des Kirchdorfs wird je nach Quelle ins 13. oder 14. Jahrhundert gesetzt. Um 1200 stand hier eine Kapelle, bald danach eine Kirche. Das umgebende Marschland war bereits im 12. Jahrhundert von einem knapp anderthalb Meter hohen Sommerdeich umgeben.
Krieg, Flut und Fleckenrecht
1252 landete der dänische König Abel bei der Kapelle, um die Eiderstedter zur Huldigung zu zwingen. Der Feldzug endete mit einer Niederlage und seinem Tod. Die Zweite Marcellusflut von 1362 richtete schwere Schäden an, 1415 und 1416 brannten einfallende Dithmarscher den Ort nieder. Im Dreißigjährigen Krieg und während der Belagerung Tönnings 1713 litt Oldenswort erneut. 1784 vernichtete ein Feuer einen großen Teil des Fleckens.
Die Fleckensgerechtigkeit, also das Recht auf Markt und eigene Ordnung, besaß der Ort früh und verlor sie um 1800 wieder. Der dänische Staatsbankrott von 1815 kostete viele Einwohner ihren Besitz. Von 1894 bis 1906 bestand hier das erste Krankenhaus von Eiderstedt. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die ganze Halbinsel als Internierungsgebiet für heimkehrende Soldaten.
Hoyerswort, Kirche und Mühle
Hoyerswort ist das einzige Herrenhaus auf Eiderstedt, ein zweiflügeliger Renaissancebau mit Treppenturm und doppeltem Wassergraben. Errichtet hat es im 16. Jahrhundert der königlich dänische Staller Caspar Hoyer, nach dem es auch benannt ist. Seine Schwiegertochter Anna Ovena Hoyer versammelte dort eine Gemeinde, die den Ortsgeistlichen als häretisch galt, und verkaufte das Haus 1632. 1713 nahm König Friedrich IV. hier die Kapitulation der schwedischen Truppen aus der Festung Tönning entgegen, womit der Große Nordische Krieg im Norden entschieden war. Von 1771 bis 2011 gehörte das Gut der Familie Hamkens.
Die Backsteinkirche Sankt Pankratius geht auf einen romanischen Bau zurück und wurde im 15. Jahrhundert erweitert. Ihre Ausstattung stammt überwiegend aus dem 16. Jahrhundert, darunter Gestühl von 1589 und ein Altarbild von 1592. Unterhalb des Kirchhofs steht die 1897 gepflanzte Wilhelmseiche. Seit 2017 ist das Gebäude wegen Baufälligkeit geschlossen. Die Holländerwindmühle Catharina von 1786 wurde 1886 auf einen Mauersockel gesetzt und dient heute als Ferienhaus.
Aus Oldenswort stammt Ferdinand Tönnies, einer der Begründer der Soziologie in Deutschland; ein Bronzedenkmal erinnert seit 1990 an ihn. Auch der Religionskritiker Matthias Knutzen und der Arzt Philipp Gabriel Hensler wurden hier geboren. Zur Gemeinde gehören die Wohnplätze Altendeich, Hemmerdeich, Süderdeich, Osterende und Hochbrücksiel. Im Osten des Gebiets liegt der Bedarfshalt Harblek an der Bahn von Husum nach Sankt Peter-Ording, etwa zwei Kilometer vom Dorf entfernt.
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Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur ersten urkundlichen Nennung gibt es zwei Angaben: die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt 1352, die Wikipedia 1205. Deshalb steht hier nur das Jahrhundert. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.