Simonsberg
Simonsberg ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, rund acht Kilometer südwestlich von Husum am Nordrand von Eiderstedt, unmittelbar an der Hever. Auf 17,48 Quadratkilometern leben 815 Einwohner (Stand Ende 2025).
Der Ortsname bezeichnet den Berg oder die Erhöhung eines Siemen. Urkundlich erscheint er erstmals im 15. Jahrhundert. Das alte Simonsberg lag in der Lundenbergharde auf der Insel Strand. Sturmfluten des 14. Jahrhunderts trennten diese Verwaltungseinheit vom übrigen Land, und der südliche Teil mit Simonsberg, Padelack und Lundenberg wurde zur Insel. Erst die Bedeichung der Südermarsch machte ihn 1468 wieder landfest.
Mit dem Obbenskoog von 1565 und dem Adolfskoog von 1579 entstand eine Landverbindung nach Eiderstedt. Dreimal zerstörten Fluten den Ort, der jedes Mal weiter landeinwärts wieder aufgebaut wurde. Die Burchardiflut von 1634 vernichtete alle drei Kirchen der Harde, sodass 1657 eine neue Kirche auf einer Warft entstand und die beiden anderen Kirchspiele aufgelöst wurden. Schwer traf die Gegend die Weihnachtsflut von 1717 samt der Flut des folgenden Jahres: Die Harde ging verloren, und die Überlebenden bauten Hütten aus Soden, Treibholz und Schilf.
Kirche im Watt
Nach diesen Fluten lag die Kirche von 1657 vor dem neuen Deich im Vorland. Über viele Jahrzehnte richteten sich die Gottesdienste nach Ebbe und Flut, oder man kam mit dem Boot. Die Februarflut von 1825 beschädigte das Gebäude so schwer, dass es abgebrochen werden musste. Den Ersatz plante der dänische Staatsbaumeister Christian Frederik Hansen, ein klassizistischer Backsteinbau auf der größten Warft am Rand des Dorfes. Kanzel, Taufbecken und das spätgotische Altarkreuz stammen aus den untergegangenen Kirchen der Lundenbergharde.
1860 kauften die Bewohner das verlorene Land vom dänischen König zurück, ein Jahr später war der Simonsberger Koog bedeicht. An die alte Ausdehnung der Harde reicht er nicht heran. 1935 folgte der Finkhaushalligkoog aus dem Vorland der Finkhaushallig und der Padelackhallig. Zwischen 1965 und 1967 wurde die Deichlinie beim Schließen einer Bucht deutlich verkürzt, dabei entstanden ein Speicherbecken und neue Nutzflächen. Zum Gemeindegebiet gehört auch das knapp 27 Hektar große Naturschutzgebiet Wester-Spätinge.
Verwandte Einträge
- Gezeiten
- Sturmfluten
- Warften
- Wattenmeer
- Harde
- Adolfskoog
- Obbenskoog
- Simonsberger Koog
- Südermarsch
- Eiderstedt
- Husum
- Lundenbergharde
Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zur Glocke der Kirche gibt es zwei Angaben: die frühere Nordfriesland-Datenbank nennt die Jahreszahl 1468 und einen Fund im Watt im Jahr 1666, die Wikipedia eine Glocke von 1486, die 1830 in einer Wehle gefunden wurde. Auch der Landverlust der Fluten von 1717 und 1718 wird unterschiedlich angegeben, mit 1.500 und mit 2.500 Hektar. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.
Quellen
Weiterführende Literatur
- Helmuth Müller: Simonsberg. Finkhaushallig. Beiträge zur Geschichte, Simonsberg 1987.