Vollstedt
Vollstedt ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, im Altmoränenbereich der Geest gut drei Kilometer östlich von Bredstedt. Auf 6,18 Quadratkilometern leben 188 Einwohner (Stand Ende 2025).
Urkundlich erscheint der Ort im 15. Jahrhundert, sein Name bedeutet Stätte oder Wohnstätte des Volle oder Vullo. Besiedelt war das Gebiet weit früher: sehr kleine Stichel und Querschneiden verweisen auf die mittlere Steinzeit, aus der Jungsteinzeit sind Siedlungsfunde sowie Steinäxte, Steinbeile und Steindolche bekannt. Das Gelände ist flachwellige Altmoräne aus dem Saale-Komplex. In den Nachbargemeinden Sönnebüll und Breklum steigt die Endmoränenkette etwas höher an, die geologische Übersichtskarte weist dort eine wichtige Gletscherrandlage aus.
Vom östlichen Gemeindegebiet aus fließt die Kleine Au nach Norden, östlich am Stollberg vorbei zur Soholmer Au. Verwaltungsgeschichtlich gehörte Vollstedt bis 1785 zum Amt Flensburg, danach zum Amt Bredstedt und ab 1867 zum Kreis Husum, der 1970 mit Eiderstedt und Südtondern im Kreis Nordfriesland aufging. Eine eigene Gemeinde wurde der Ort am 1. April 1934, als die Kirchspielslandgemeinde Breklum aufgelöst wurde. Neben dem Dorf liegen die Streusiedlung Vollstedtfeld und der einzeln stehende Scheffelhof im Gemeindegebiet.
Geprägt ist die Gemeinde von der Landwirtschaft, was auch mit der Lage am historischen westlichen Ochsenweg zusammenhängt; es dominieren viehwirtschaftliche Betriebe. Außer einem Malermeister gibt es kaum Gewerbe, die Gemeindekasse füllen vor allem die Gewerbesteuerabgaben der örtlichen Windkraftbetreiber. Fünf Bürgerwindparks mit achtzehn Anlagen liefern rund 30 Megawatt, dazu stehen anteilig Anlagen des gemeindeübergreifenden Windparks Dree Meeden im Gemeindegebiet. Die Dorfschule wurde 1965 geschlossen, seither gehen die Kinder nach Breklum, wohin auch die evangelische Kirchengemeinde gehört. Durch die nördliche Feldmark verläuft die Landesstraße 12 von Bredstedt nach Wanderup, in Sönnebüll zweigt die Kreisstraße 46 nach Drelsdorf ab.
Zu den Angaben
Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Die erste urkundliche Nennung als Volstede ist nur im Archiveintrag datiert, die Wikipedia nennt kein Jahr. Deshalb steht hier allein das Jahrhundert. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.