Boy Peter Möller
Boy Peter Möller, geboren 1843 in Keitum, gestorben 1922 in Hamburg, war Lehrer und friesischer Sprachpfleger.
Der Sohn eines Drechslermeisters besuchte in Keitum die Schule bei Christian Peter Hansen und blieb von ihm stark beeinflusst; sein 1879 in Tondern erschienenes Büchlein Meerumrauscht widmete er dem früheren Lehrer. Nach Stellen an verschiedenen Schulen übernahm er schließlich die Leitung einer Volksschule in Hamburg. Sein Übungsbuch zum Unterricht in der deutschen Grammatik war weit verbreitet. Über die Freizeit sagte er selbst, er habe sie fast ganz am Schreibtisch verbracht.
Die Schriftform des Sölring
Vor allem nach der Pensionierung von 1908 wandte er sich der Pflege seiner Muttersprache zu. Auf Anregung des Sprachpflegers Andreas Hübbe entstand das 1909 erschienene Söl'ring Leesbok. Darin knüpfte er an Jap Peter Hansen an und verfeinerte die Rechtschreibung der Sylter Mundart; die von ihm entwickelten Grundsätze gelten im Wesentlichen bis heute. Damit lag die Grundlage für den ersten regulären friesischen Unterricht an den Schulen der Insel vor.
Es folgten 1910 ein Sylter Liederbuch, zahlreiche Erzählungen und Gedichte sowie eine Neubearbeitung des Gidtshals von Jap Peter Hansen. Einen Höhepunkt bildete 1916 das bis dahin umfassendste Wörterbuch des Sylterfriesischen. Einem übersteigerten Friesentum stand er dabei skeptisch gegenüber: Schon 1879 spottete er in einer Humoreske über einen Schiffer von Amrum, der die Friesen von den alten Griechen abstammen ließ, sie bei der Erstürmung Jerichos dabei sah und im Bauch des Trojanischen Pferdes nach Amrum brachte. In Keitum ist eine Straße nach ihm benannt.
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Zu den Angaben
Die Lebensdaten folgen der früheren Nordfriesland-Datenbank. Einen Wikipedia-Artikel gibt es nicht, die Angaben folgen der Archivfassung der früheren Nordfriesland-Datenbank. Der Name der Sylter Mundart erscheint dort als Sölring und im Buchtitel als Söl'ring. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.