Hans Momsen

Hans Momsen, geboren 1735 in Bottschlott bei Fahretoft, gestorben 1811 in Fahretoft, war Landwirt, Mathematiker und Deichvogt.

Momsen kam ohne besondere Schulbildung und ohne Lehrer in die höhere Mathematik. Um die wichtigen Werke lesen zu können, brachte er sich Dänisch, Englisch, Französisch, Niederländisch und Latein bei. 1753 ging er nach Dithmarschen und fand im Deichbau Arbeit beim Vermessen. Den väterlichen Hof übernahm er erst später und blieb doch beim Rechnen und Beobachten. Zeitgenossen nannten ihn den Leonardo da Vinci Nordfrieslands.

Selbst gebaute Geräte

Was er entwarf, baute er auch: Uhren, Spiegeloktanten, Fernrohre, Drehbänke, Entwässerungsschnecken und Messgeräte. Für die Kirche in Fahretoft baute er eine Orgel, die sechs Register und 294 Pfeifen hatte, in der Kirche aber nur ein Jahr lang gespielt wurde. Seine Sonnenuhr am Eingang gibt es dort noch. Viele der astronomischen Geräte haben sich erhalten und stehen in Museen.

Junge Männer, die zur See fahren oder Land vermessen wollten, unterrichtete er in Mathematik, Navigation und Feldmessung. Einer von ihnen, ein Sohn des Ortspastors Krebs, wurde in Kopenhagen Professor für Mathematik. Das Amt des Deichvogts von Fahretoft übernahm er von seinem Vater.

Nachwirkung

Theodor Storm erwähnt ihn im Schimmelreiter mit der Bemerkung "Die Friesen rechnen gut". In der Novelle bleibt er eine Randfigur, doch sein Charakter soll das Vorbild für die Hauptfigur gewesen sein. Sein früheres Wohnhaus trägt heute seinen Namen und dient als Museum, ebenso hieß die Grundschule des Ortes, die 2009 geschlossen wurde. Der Kreis Nordfriesland vergibt den nach ihm benannten Preis an Menschen, die sich um das kulturelle Leben der Region verdient gemacht haben.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Die Lebensdaten folgen der Wikipedia und der früheren Nordfriesland-Datenbank. Als Geburtsort nennt die frühere Nordfriesland-Datenbank Bottschlott bei Fahretoft, die Wikipedia dagegen Fahretoft selbst. Den Kulturpreis datiert das Archiv auf 1985, die Wikipedia nennt 1986 als erstes Verleihungsjahr. Die Namensformen Momsen und Mommsen wurden früher vertauscht, eine Verwandtschaft mit Theodor Mommsen besteht nicht. Diese Seite ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der alten Datenbank.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Momsen, Hans (Archivfassung 2018)
  2. Wikipedia: Hans Momsen

Weiterführende Literatur

  • Hans Momsen - der Landmann, Mechaniker und Mathematiker aus Fahretoft in Nordfriesland (1735-1811), Husum 1982.