Deich

Deich ist ein langgestreckter Erdwall, der tief liegendes Land vor Hochwasser schützt.

Deich und Damm werden umgangssprachlich verwechselt, im Wasserbau bedeuten sie Verschiedenes. Ein Deich staut Wasser nur zeitweilig, nämlich bei Hochwasser, und liegt deshalb an einem natürlichen Gewässer. Ein Damm ist dauerhaft eingestaut und gehört zu einer Talsperre, einem Kanal oder einer anderen künstlichen Anlage. Sein Profil ist beim Deich unsymmetrisch: Zur Wasserseite fällt er flach ab, damit die Wellen ihre Kraft auf der langen Böschung verlieren.

Seedeich, Sommerdeich, Schardeich

Nach der Lage unterscheidet man Fluss- und Seedeiche. An der Küste kommt der Schutzgrad hinzu: Niedrige Sommerdeiche halten nur die alltäglichen Wasserstände von den Weiden ab, Winterdeiche sind höher bemessen und sollen auch Sturmfluten tragen. Heute werden Sommerdeiche kaum noch gebaut; erhalten sind sie vor allem auf den Halligen, wo sie die Weiden schützen, während die Siedlungen auf Warften liegen. Ein weiterer Unterschied betrifft das, was vor dem Deich liegt: Vorlanddeiche haben Vorland vor sich, Schardeiche stehen direkt an der Wasserkante, weshalb dort der Deichfuß besonders gesichert werden muss.

Weil ein Vorlanddeich sicherer ist, wird an kritischen Stellen mit Lahnungsfeldern nachgeholfen, damit sich vor dem Deich neues Vorland aufschlickt. Regionale Namen bezeichnen Zweck oder Bauart, etwa Abschlussdeich, Schenkeldeich oder Stackdeich. Mit einer geschlossenen Deichlinie wurden außerdem Siele nötig, Durchlässe, durch die das Binnenwasser bei Ebbe abläuft. Die eingedeichten Flächen heißen an der schleswig-holsteinischen Westküste Köge, weiter südlich Polder oder Groden.

Zu den Angaben

Zu diesem Eintrag gibt es keine Archivfassung der früheren Nordfriesland-Datenbank. Die Geschichte der Bauformen steht beim Deichbau, hier geht es um die Begriffe. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.

Quellen

  1. Wikipedia: Deich