Gottorfer Zeit

Gottorfer Zeit heißen die Jahrzehnte zwischen 1544 und 1721, in denen große Teile Nordfrieslands den Herzögen von Schleswig-Holstein-Gottorf unterstanden.

Mit der Teilung der Herzogtümer von 1544 zerfiel Nordfriesland in mehrere Herrschaften. Die Nordergoesharde blieb als königlicher Anteil beim dänischen König. Die Südergoesharde und die Landschaft Eiderstedt fielen an Herzog Adolf I., der auf Schloss Gottorf residierte. Nordstrand, Sylt, Osterland-Föhr und der zum Amt Tondern gehörende Nordteil des Festlandes kamen an Herzog Johann den Älteren in Hadersleben, nach dessen Tod 1581 ebenfalls an das Gottorfer Haus. Amrum, Westerland-Föhr und das Listland auf Sylt blieben als königliche Enklaven unmittelbar beim Königreich.

Was die Herzöge aus dem Land machten

Die Marschgebiete waren für Gottorf wirtschaftlich wichtig. Unter den Herzögen entstanden zahlreiche Eindeichungen, und ein Oktroy, das landesherrliche Recht zur Eindeichung, wurde zur Voraussetzung für neue Köge; diese oktroyierten Köge bildeten ab dem 17. Jahrhundert eigene Gerichts- und Polizeibezirke. In Husum und Tönning ließen die Herzöge repräsentative Schlösser errichten, und Tönning wurde zum Ausfuhrhafen der Landschaft Eiderstedt. Eine regionale Besonderheit blieb das gewohnheitsrechtlich anerkannte Stavenrecht.

Ruhig war die Zeit nicht. Die Kriege des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts brachten Einquartierungen fremder Truppen, und die Sturmflut vom Oktober 1634 zerriss die Insel Strand in mehrere Teile. Wirtschaftlich rückten von der Mitte des 17. Jahrhunderts an Walfang und Handelsschifffahrt nach vorn; 1621 war am Zusammenlauf von Treene und Eider Friedrichstadt gegründet worden. Auch die Kartografie profitierte: Herzog Friedrich III. beauftragte den Husumer Kartografen Johannes Mejer mit Landesaufnahmen. Nach dem Großen Nordischen Krieg fielen die Gottorfer Anteile 1721 an den dänischen König zurück.

Zu den Angaben

Für diesen Eintrag gab es weder eine Archivfassung noch einen eigenen Wikipedia-Artikel. Die Angaben stammen aus den Quellen zu Nordfriesland und zur Harde. Dieser Eintrag ist neu geschrieben und übernimmt keine Formulierungen aus der früheren Nordfriesland-Datenbank.