Goldebeck

Friesisch: Golbäk · Dänisch: Goljbæk

Goldebeck, amtlich Goldebek, ist eine Gemeinde auf der Schleswiger Vorgeest im Osten des Kreises Nordfriesland, rund dreizehn Kilometer nordöstlich von Bredstedt an der Grenze zum Kreis Schleswig-Flensburg.

Das Gemeindegebiet liegt in Teilen am südlichen Ufer der Linnau. Sie bildet neben der Spölbek einen der beiden Quellflüsse der Soholmer Au, die über den Bongsieler Kanal bei Schlüttsiel ins Wattenmeer entwässert. Urkundlich erscheint der Ort 1321 als tho Goldbeck. Die Deutung des Namens ist strittig: entweder steht er zum dänischen golde für unfruchtbaren, sandigen Boden und bedeutet in Verbindung mit bæk fischarmer Bach, oder er geht auf den alten Flussnamen Galta zurück, dänisch galt für verschnittener Eber, der um das jüngere Grundwort erweitert wurde.

Siedlungsreste aus der mittleren Steinzeit, Flintwerkzeuge der Jungsteinzeit und eisenzeitliche Reste von Schmelzöfen bezeugen eine frühe Besiedlung dieses Geestabschnitts. Seit dem 14. Jahrhundert gehörte das Dorf zum Besitz des Rudeklosters, das bei der Landesteilung von 1544 an König Christian III. von Dänemark fiel. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster säkularisiert und Goldebek kam an Detlef Brockdorff, den Amtmann von Sonderburg, der es an den Flensburger Bürger Hermann Lange verkaufte. 1589 gelangte es für 3.500 Taler wieder an den dänischen König, der es dem Bordelumer Gut Uphusum zuschlug. Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Joldelund aufgelöst, seither ist Goldebek eine eigene Gemeinde.

Der Ortsteil Kolonie verweist auf die Urbarmachung von Ödland, für die um die Mitte des 18. Jahrhunderts Siedler zuwanderten. Weitere Wohnplätze sind Heinsbek, dessen Name vermutlich zu dänisch hegn für Hecke gehört, Süderhuus und die Höfesiedlung Goldebekfeld. Den Mühlenstrom gibt es noch, die Mühle selbst wurde 1948 abgerissen; im Gemeindewappen ist sie über einem Ochsenkopf erhalten. Erschlossen wird das Gebiet von der Landesstraße 12 zwischen Bredstedt und Wanderup, die südlich an der Dorflage vorbeiführt.

Die Landwirtschaft mit einem Dutzend Haupterwerbsbetrieben bildet weiterhin den wichtigsten Einkommenszweig, ein Nebenerwerbsbetrieb unterhält eine Besamungsstation für Holsteiner Pferde. Die übrigen Erwerbstätigen pendeln überwiegend aus. Nachdem die alte Gastwirtschaft 1998 geschlossen hatte, entstand im Jahr 2000 ein Dorfgemeinschaftshaus als Mittelpunkt des Ortes. Seit 2001 verfolgt die Gemeinde mit Joldelund, Goldelund, Högel, Lütjenholm und Kolkerheide einen gemeinsamen Dorfentwicklungsplan. Östlich des Dorfes stehen vier Windkraftanlagen des Parks Veer Dörper.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Der Eintrag trägt die Schreibweise Goldebeck der früheren Nordfriesland-Datenbank, amtlich heißt die Gemeinde Goldebek. Unter diesem Namen führt das Gemeindeverzeichnis auch Einwohnerzahl und Fläche, die hier deshalb fehlen. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Goldebeck (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Goldebek
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Weiterführende Literatur

  • Dorfchronik Goldebek. Hrsg. von der Gemeinde Goldebek 1992.