Stedesand

Friesisch: Stääsönj · Dänisch: Strøsanj

Stedesand ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland, an der Bundesstraße 5 rund neun Kilometer südöstlich von Niebüll. Auf 15,19 Quadratkilometern leben 870 Einwohner (Stand Ende 2025).

Der Ortsname bezeichnet einen Wohnplatz im oder beim Sand. Unter der Form Klintrinstede erscheint die Siedlung im 14. Jahrhundert erstmals in einer Urkunde. Flintklingen und Beile belegen eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit. Die Ursiedlung lag auf einer erhöhten Geestinsel, große Teile des heutigen Gemeindegebiets sind dagegen durch Landgewinnung entstanden.

Im Norden reicht die Gemeinde in den Großen Kohldammer Koog von 1466. Binnendeiche gegen das Wasser der Lecker und der Soholmer Au trennten später den Schnatebüller und den Hundebüller Koog ab. Der südliche Teil liegt im Störtewerker Koog, der 1551 bedeicht wurde und die Nordgrenze der Nordergoesharde verschob. Aus der Gemeindebildung von 1867 gingen Stedesand, Wester Schnatebüll und Störtewerkerkoog als eigene Landgemeinden hervor, die später zur heutigen Gemeinde zusammenfanden.

Kirche und Glocke Anna

Die Backsteinkirche trägt eine spätgotische Nordwand, das Schiff ist barock. Innen stehen ein dreiteiliger Altar der Spätrenaissance von 1639, den man 1781 im Rokoko ergänzte, eine Kanzel von 1647 und ein Pastorenstuhl des 17. oder 18. Jahrhunderts. Die spätromanische Taufe aus gotländischem Kalkstein stammt aus dem 13. Jahrhundert und gleicht der Emmelsbüller. Das Altarbild malte Carl Ludwig Jessen. Im hölzernen Glockenhaus von 1860 hängt die Glocke Anna von 1512, die beide Weltkriege überstand, weil man ihre Jahreszahl auf die Zeit vor 1500 vordatierte und sie damit vor dem Einschmelzen bewahrte.

Landwirtschaft und einige Gewerbebetriebe tragen die Gemeinde, darunter ein Handel für Landmaschinen. Die 1975 geschlossene Schule neben der Kirche dient als Dörpshuus mit Kindergarten, Gemeinderaum und Turnhalle. Ein Motorradmuseum zeigt seit 2006 Zweiradtechnik aus fünf Jahrzehnten. Am Trollebüller Weg im Störtewerker Koog steht ein Denkmal für die Opfer alter Sturmfluten. Aus Stedesand stammen Christian Feddersen, ein Begründer der friesischen Bewegung, und der Landschaftsmaler Hans Peter Feddersen.

Verwandte Einträge

Zu den Angaben

Einwohnerzahl und Fläche stammen aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Stichtag 31. Dezember 2025. Zum Zusammenschluss der drei Landgemeinden nennt die frühere Nordfriesland-Datenbank das Jahr 1973, die Wikipedia den 1. Februar 1974. Auch das Alter der Kirche wird unterschiedlich angegeben, mit einem Bau des 16. Jahrhunderts und mit einem barocken Neubau von 1746 über spätgotischer Nordwand. Der Punkt auf der Karte stammt aus OpenStreetMap und zeigt die ungefähre Lage, nicht die Grenzen.

Quellen

  1. Nordfriisk Instituut: Nordfriesland-Datenbank, Eintrag Stedesand (Archivfassung 2019)
  2. Wikipedia: Stedesand
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis, Gebietsstand 31.12.2025, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
  4. Lage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL