Flüsse
Nordfrieslands Flüsse entspringen auf der Geest und müssen ihr Wasser durch die Marsch bis zur Küste bringen. Weil das Binnenland tiefer liegt als die Nordsee bei Hochwasser, hängt die Entwässerung von Sielen und Schöpfwerken ab.
Der längste Fluss des Landes ist die Eider, die den Kreis im Süden begrenzt und bei Tönning in die Nordsee mündet. Ihr größter Zufluss ist die Treene, die aus dem Hügelland kommt und die Niederung zwischen Geest und Marsch durchzieht. Im mittleren Kreisgebiet fließt die Arlau zur Küste, sie bildete lange die Grenze zwischen der königlich und der herzoglich verwalteten Goesharde.
Im Norden sammelt der Bongsieler Kanal das Wasser der Lecker Au und der Soholmer Au und führt es zum Schöpfwerk bei Schlüttsiel. Jenseits der Grenze verläuft die Wiedau, nach der die Wiedingharde benannt ist. Sie nimmt einen Teil des Wassers aus dem deutschen Grenzgebiet auf.
Ströme im Watt
Vor der Küste übernehmen die Wattströme die Rolle der Flüsse. Der Heverstrom und die Norderhever bilden das größte Tidebecken des nordfriesischen Wattenmeers, weiter nördlich liegen das Amrumtief, das Vortrapptief und die Norderaue. Diese Ströme haben die Küste geformt und im Mittelalter ganze Landschaften abgetragen.
Wie stark die Gewässer durch Bauwerke gebändigt wurden, zeigen das Eidersperrwerk von 1973 und die Speicherbecken im Hauke-Haien-Koog. Beide sollen Sturmfluten abhalten und gleichzeitig dem Binnenwasser einen Weg lassen.
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